Washington – US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) krempelt die Militärseelsorge der amerikanischen Streitkräfte um – und sorgt damit für heftigen Streit. Das Pentagon hat die Zahl der Religionsgemeinschaften, die Militärgeistliche stellen dürfen, drastisch reduziert. Statt mehr als 200 Gruppen stehen laut dem Portal military.com künftig nur noch 31 auf der offiziellen Liste. Berücksichtigt werden unter anderem Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten, Sikhs sowie zahlreiche christliche Konfessionen wie Katholiken, Lutheraner und Baptisten.
Hegseth hatte den Schritt bereits vor Monaten angekündigt. Dass bisher Hunderte Glaubensgemeinschaften zugelassen waren, nannte er praxisfern und nutzlos. Nach seinen Angaben gehört die überwältigende Mehrheit der US-Soldaten lediglich sechs großen Glaubensrichtungen an. Deshalb will er die Liste kürzen, die er für aufgebläht hält.
Druiden und Schamanen müssen gehen
Zu den Verlierern der Reform zählen zahlreiche kleinere und ungewöhnliche Glaubensgemeinschaften. So dürfen z.B. neuheidnische Gruppen, Anhänger des Schamanismus und des Druidentums sowie verschiedene sogenannte New-Age-Kirchen keine Seelsorger mehr stellen.
Doch damit nicht genug: Künftig sollen Militärseelsorger im Dienst nicht mehr ihre militärischen Rangabzeichen tragen, sondern ihre religiösen Symbole. Hegseth hatte bereits im März klargemacht, worauf es ihm dabei ankommt: Ein Geistlicher des US-Militärs sei „in erster Linie ein Geistlicher“ – und erst danach Offizier.
Scharfe Kritik an Hegseth-Reform
Für Empörung sorgt die Entscheidung bei der Military Religious Freedom Foundation, die sich für Religionsfreiheit innerhalb der US-Streitkräfte einsetzt. Gründer Mikey Weinstein (71) reagierte mit scharfen Worten auf die Streichung zahlreicher Glaubensgemeinschaften. Das Vorgehen der Regierung sei „schmutzig und ekelhaft, verfassungswidrig, unmoralisch und unethisch“. Zudem wirft er dem Kriegsministerium vor, mit der Reform einen „christlichen Nationalismus“ fördern zu wollen.