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Jüdisches Symbol unerwünscht: Ich durfte nicht mit Davidstern auf die Pride-Demo

Jüdisches Symbol unerwünscht: Ich durfte nicht mit Davidstern auf die Pride-Demo
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Bonn – Für mehr Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben, Transgender, kurz, allen queeren Menschen, und gegen Diskriminierung gingen am Samstag Tausende beim Pride Bonn auf die Straße. Doch die Toleranz endete, als es um Juden ging.

Student Sören Habet (28) hatte eine Regenbogenflagge mit Davidstern auf der Demonstration mit rund 3000 Teilnehmern dabei: „Ich bin selbst nicht jüdisch, wollte mich aber mit queeren Juden solidarisieren und packte deswegen diese Flagge für den Marsch aus meiner Tasche aus“, sagt er zu BILD. So wie schon im letzten Jahr: „Als ich damals die Flagge zeigte, gab es zwar mit einigen Teilnehmern hitzige Diskussionen, die mir ‚Free Palestine‘ zuriefen. Doch ich konnte ungehindert an der Demo teilnehmen.“

Veranstalter „gegen Antisemitismus“ – und Davidstern

Diesmal gab's keine Toleranz für jüdische Symbole auf der Toleranz-Demo: Nach fünf Minuten kam die Veranstalterin zu Sören Habet, forderte ihn auf, die Fahne einzupacken. Sonst müsse er gehen: „Zunächst sagte sie zu mir, dass das Tragen einer Nationalflagge beim Marsch nicht gestattet sei“, so der Student zu BILD. „Als ich erwiderte, dass das keine Nationalflagge sei, kam das neue Argument, dass religiöse Symbole unerwünscht sind. Meine Erwiderung, dass der Davidstern kein rein religiöses, sondern das Symbol des jüdischen Volkes an sich ist, akzeptierte sie nicht.“ Dabei betont Pride Bonn im Netz: „Außerdem dulden wir auch keinen Antisemitismus.“

Stattdessen holte die Frau die Polizei. Die Beamten bestätigten Sören Habet, er könne nur ohne Flagge teilnehmen. „Ich war schockiert und wütend“, erzählt der Stunden. „Das hat mir vor Augen geführt, wie sich Juden jetzt fühlen müssen. Ich beschloss deswegen, die Veranstaltung zu verlassen.“

Polizei stützt Ausschluss von der Demo

Auf BILD-Anfrage behaupten die Veranstalter, es habe gar keinen Ausschluss von der Demo gegeben und verwiesen ansonsten an die Polizei. Nach deren Schilderung wurde Sören Habet allerdings sehr wohl vor die Wahl gestellt, entweder auf die Flagge zu verzichten, oder von der Demo zu fliegen.

Ein Sprecher zu BILD: „Gemäß dem Versammlungsgesetz Nordrhein-Westfalen ist die Versammlungsleitung für den ordnungsgemäßen Ablauf verantwortlich und wirkt auf deren Friedlichkeit hin … Personen, welche die Ordnung … erheblich stören, darf die Versammlungsleitung ausschließen. Bei Versammlungen unter freiem Himmel darf dies nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde erfolgen.“ Entweder sahen die Polizisten vor Ort den Davidstern auch als „erhebliche Störung“ – oder sie wollten einfach ihre Ruhe haben, denn: „Der 28-Jährige wurde durch die eingesetzten Polizeibeamten angesprochen. Ihm wurde mit der oben genannten Begründung dargelegt, dass er weiter an der Versammlung teilnehmen könne, ohne die Flagge zu zeigen, oder dass er die Flagge weiter zeige, er dann aber durch die Versammlungsleiterin aus der Versammlung ausgeschlossen werde.“

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