Kopenhagen – Rätselhafter Auftritt auf der Ostsee: Ein ungewöhnlicher russischer Schiffskonvoi sorgt derzeit vor der dänischen Küste für Aufmerksamkeit. Mit dabei: die Luxusjacht „Graceful“, die als persönliche Jacht von Kreml-Chef Wladimir Putin (73) gilt. Entdeckt hat den Konvoi das dänische Rechercheteam DR Verifier.
Demnach wird die mehr als 80 Meter lange Superjacht von einem russischen Zerstörer und einem weiteren Patrouillenboot der Russen-Marine eskortiert. Fotos von Schifffahrtsbeobachtern sowie Daten internationaler Schiffsverkehrsseiten dokumentieren die Fahrt.
Die „Graceful“ passierte demnach dänische Gewässer, lief gegen Mitternacht durch den Großen Belt und wurde am Montagmorgen auf Höhe von Anholt gesichtet. Bleibt der Kurs unverändert, dürfte der Konvoi am selben Tag gegen 14 Uhr Skagen erreichen.
Nicht mehr auf dem Radar zu sehen
Besonders interessant: Der Transponder der Jacht ist seit dem 30. August 2022 abgeschaltet – also wenige Monate nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Seitdem bewegt sich das Schiff weitgehend unter dem Radar und kann nicht geortet werden. Zuletzt wurde es in der Ostsee vor St. Petersburg gesichtet.
Der Konvoi bleibt jedoch nicht unbeobachtet: Seit Sonntagmorgen verfolgen die dänische Marine und die deutsche Küstenwache die russischen Schiffe abwechselnd. Aktuell fährt das dänische Patrouillenboot P521 „Freja“ hinter dem Verband her.
Das dänische Verteidigungskommando erklärte bei DR Verifier: „Die dänischen Streitkräfte überwachen routinemäßig Schiffe, einschließlich ausländischer Staatsschiffe, die mit entsprechenden Fähigkeiten durch dänische Meerengen und Gewässer fahren.“
Die „Graceful“ soll laut Forbes einen Wert von mehr als 100 Millionen Euro haben. Welchen Zielhafen die Putin-Jacht und ihre Eskorte haben, bleibt bislang ein Rätsel.