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Pistorius stoppt Rüstungsprojekt: Aus für größtes Kampfschiff der Bundeswehr

Pistorius stoppt Rüstungsprojekt: Aus für größtes Kampfschiff der Bundeswehr
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Berlin/Wolgast – Nach etlichen Rückschlägen, massiven Verzögerungen und finanziellen Turbulenzen steht das bislang aufwändigste Marine-Projekt offenbar endgültig vor dem Aus. Die Fregatte 126 (166 Meter lang, bis zu 198 Soldaten Besatzung) sollte das größte Kampfschiff der Bundeswehr werden. Jetzt soll Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) den Ausstieg aus dem Rüstungsprojekt planen. Das berichtet der „Spiegel“.

Sechs Fregatten hatte die Marine bestellt. Laut Verteidigungsministerium sollen sie zur „dreidimensionalen Seekriegsführung“ eingesetzt werden – also Ziele unter Wasser, auf dem Wasser und in der Luft bekämpfen können. Kosten: bis zu 10 Milliarden Euro. Die ersten F 126 wurden bereits 2024 in der Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) auf Kiel gelegt. Die Auslieferung verzögerte sich aber immer wieder. Zuletzt war das Jahr 2028 angepeilt worden.

Noch im Februar hatte sich das Verteidigungsministerium zuversichtlich gezeigt: „Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Projekt, wenn auch mit zeitlichen Verzögerungen, fortgeführt werden kann.“ Andreas Mattfeldt (55, CDU), Unions-Chefhaushälter für den Wehretat, äußerte sich auf BILD-Anfrage schon damals kritischer. „Dass zu Beginn eines Projektes derartige Zeitverzögerungen schon bekannt sind, lässt große Schwierigkeiten vermuten.“ Er sollte recht behalten.

Seit der Bestellung im Juni 2020 sollen nach „Spiegel“-Informationen bereits mehr als zwei Milliarden Euro in das Projekt versenkt worden sein. Bundestagsabgeordnete gingen von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro aus, die in mehreren Tranchen geflossen seien. Allerdings habe auch ein Wechsel des Generalunternehmers das Projekt nicht retten können.

Pistorius will laut „Spiegel“ nun acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS kaufen. Diese Kampfschiffe sind mit 120 Metern Länge erheblich kürzer und sind leichter. Die Führung der Marine trage die Entscheidung dem Vernehmen nach dennoch mit. Der Bericht gibt die Kosten mit 1,6 Milliarden Euro pro Schiff an, insgesamt rund 12 Milliarden Euro.

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