Kultur

„Polizeiruf“-Star Claudia Michelsen gegen Krimi-Pause bei MDR

„Polizeiruf“-Star Claudia Michelsen gegen Krimi-Pause bei MDR

Schauspielerin Claudia Michelsen sieht in den Einsparungen des MDR bei „Tatort“ und „Polizeiruf“ ein „Minimieren des Ostens“. Diese Formate seien „essenziell fürs regionale Selbstbewusstsein, genauso wie andere fiktionale Stoffe auch, die Geschichten emotional transportieren können“, sagte Michelsen der „Süddeutschen Zeitung“.

Damit spielt sie auf Pläne des Mitteldeutschen Rundfunks an, drei Jahre lang keinen „Tatort“ aus Dresden und keinen „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg zu produzieren. Begründet wurde dies unter anderem mit Budgetkürzungen, die nötig seien, weil die Bundesländer die Erhöhung des Rundfunkbeitrags blockieren. In den nächsten Jahren sollten daher nur „bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte“ Krimi-Produktionen ausgestrahlt werden.

Michelsen spielt seit 2013 die Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch

Michelsen selbst spielt seit 2013 die Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch im Magdeburger „Polizeiruf 110“. Sie und Sascha Schwingel, der Fernsehproduzent und Geschäftsführer der UFA, befürchten nach eigenen Angaben, dass mit den Sonntagskrimis des MDR eine wichtige Identifikationsfläche für das Publikum verloren gehen wird. „Der ‚Polizeiruf‘ aus Magdeburg ist einer der wenigen verbliebenen fiktionalen Orte, in denen ostdeutsche Wirklichkeit, ostdeutsche Gesellschaft, ostdeutsche Charaktere erzählt werden“, sagt Produzent Schwingel.

Michelsen – Jahrgang 1969, selbst eine gebürtige Dresdnerin – sprach von einer „fatalen Entscheidung“ des MDR, die dazu führe, dass sie, die eigentlich schon lange nicht mehr über „den Osten oder den Westen“ reden möchte, fragen müsse: „Was passiert hier mit dem Osten?“ Die Leipziger Produktionsfirma Ufa Mitte hatte erst in jüngster Vergangenheit die Verantwortung für den Polizeiruf Magdeburg übernommen. Im November wird der erste Film in der neuen Konstellation gedreht, er könnte aber der vorerst letzte bleiben.

Sascha Schwingel sagte der „Süddeutschen Zeitung“ weiter, dass man in konstruktiven Gesprächen mit dem MDR sei und es noch in dieser Woche ein Treffen mit dem Intendanten Ralf Ludwig und dem Programmdirektor Boris Lochthofen geben soll – „und ich bin ein hoffnungsloser Optimist“.

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