Der Industriekonzern Siemens investiert 300 Millionen Euro in Hessen und will damit Hunderte neue Arbeitsplätze schaffen. In seinen beiden Werken in Frankfurt will das Dax-Unternehmen die Produktion von elektrischen Schaltanlagen ausbauen, wie Siemens in München mitteilte. Zudem werde ein Teil der Vorproduktion an einen neuen Standort in Offenbach ausgelagert. Dadurch sollen die Fertigungskapazitäten signifikant steigen und 700 neue Jobs bis 2030 entstehen – in Verwaltung, Produktion und Logistik.
In Frankfurt produziert Siemens seit mehr als 40 Jahren elektrische Schaltanlagen, die Strom in Fabriken oder Rechenzentren verteilen und regulieren. Die Anlagen sind dem Konzern zufolge weltweit immer gefragter. „Ob Rechenzentren, Elektromobilität oder industrielle Automatisierung – die Nachfrage nach intelligenter Elektrifizierung wächst weltweit“, sagt Siemens-Chef Roland Busch. Um diese zu bedienen, baue man den Standort aus.
Ein wichtiger Treiber der Nachfrage ist der Boom der Künstlichen Intelligenz mit hohen Investitionen für Rechenzentren. „Der Markt für Data Center boomt weltweit mit Wachstumsraten weit über zehn Prozent“, sagt Peter Körte, Chef der Sparte Smart Infrastructure, zu der die Werke gehören. „Die nächste Generation von Rechenzentren entsteht gerade.“ Diese seien „industrielle Großanlagen mit einem riesigen Strombedarf. Dazu brauchen wir Schaltanlagen der nächsten Generation. Das technische Herzstück für die künftigen Superhirne der Industrie. Und die bauen wir hier in Frankfurt.“
Das Schaltanlagenwerk Frankfurt besteht derzeit aus zwei Werken mit rund 2800 Beschäftigten in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Automatisierung. Der neue Standort in Offenbach soll auf einem gemieteten Gelände entstehen. Der Start der Produktion ist dort für Frühjahr 2027 geplant. Auch seine beiden Werke in Frankfurt werde Siemens erweitern und dort bis Oktober 2027 eine weitere Halle errichten.
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sprach von einem „großartigen Signal für die Region Frankfurt-Rhein-Main“. Es sei gut, dass die Region auch in der industriellen Produktion gestärkt werde als zweitem Standbein neben der Finanzbranche.
Ähnlich äußerte sich der Oberbürgermeister von Offenbach, Felix Schwenke (SPD). „Die Ansiedlung von Siemens in Offenbach zeigt, dass Industrie in Deutschland eine Zukunft hat – wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“