Crans-Montana (Schweiz) – Es war die Hölle auf Erden: 41 junge Menschen verloren beim Horrorbrand in der Todesbar „Le Constellation“ in der Silvesternacht ihr Leben. Jetzt soll ausgerechnet aus der Todesbar, in der sie starben, ein Jugendzentrum werden. Das kündigte der Walliser Regierungschef Christophe Darbellay (55) an.
Wie Darbellay der Zeitung „Le Temps“ sagte, werde das „Le Constellation“ „nie wieder eine Bar sein“. Stattdessen solle daraus ein Ort entstehen, „der der Jugend gewidmet ist“. Die Walliser Behörden planen außerdem ein Denkmal für die Opfer. Es solle „schön, friedlich und zugänglich“ sein und ein „würdiges“ Erinnern an die Toten, Verletzten sowie die Helferinnen und Helfer ermöglichen. Zum ersten Jahrestag der Katastrophe am 1. Januar 2027 ist zudem eine Gedenkfeier geplant. Wann das Jugendzentrum eröffnet werden soll, steht noch nicht fest.
Ermittlungen gegen Betreiber laufen weiter
Das Feuer brach in der Silvesternacht im Untergeschoss der Bar aus. Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft entzündeten an Champagnerflaschen befestigte Feuerwerks-Sprühfontänen die Schaumstoffdecke. Das Inferno breitete sich in Sekundenschnelle aus – für Dutzende Feiernde gab es kein Entkommen. 41 Menschen starben, 115 weitere wurden verletzt.
Die Ermittlungen gegen das Betreiberpaar Jessica und Jacques Moretti laufen weiter. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung ermittelt.
Bar-Chefin bestellte 900 „explosive“ Sprühkerzen
Zuletzt waren belastende WhatsApp-Nachrichten und eine Sprachnachricht bekannt geworden. Darin sprach Jessica Moretti unter anderem davon, 900 Sprühkerzen bestellt zu haben und bezeichnete sie als „explosiv“. Zudem hatte sie Mitarbeiter davor gewarnt, die Sprühfontänen zu hoch zu halten, weil sonst der Schaumstoff an der Decke Feuer fangen könne. Die Betreiber weisen eine strafrechtliche Verantwortung weiterhin zurück.
Zusätzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Jessica Moretti wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Dabei geht es um eine Rechnung aus dem Jahr 2015 für den Kauf jenes Schaumstoffs, der nach Überzeugung der Ermittler an der Decke des Lokals verbaut war und sich bei der Brandkatastrophe entzündete.