Berlin – Es sind verstörende Szenen, die sich am Samstagabend in der Hauptstadt zugetragen haben. Kinder – gefesselt an einem Seil – wurden bei einer Islamisten-Demo durch die Stadt geführt. Die Minderjährigen mussten bei fast 40 Grad Celsius mitmarschieren.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) veröffentlichte Aufnahmen der Demo in den sozialen Netzwerken und schrieb dazu: „Vor wenigen Minuten endete dort eine islamistische Demonstration zum sogenannten Aschura-Gedenktag. Besonders verstörend war die Instrumentalisierung von Kindern. Gefesselt und verkleidet wurden sie für ein islamistisches Schauspiel genutzt – eine Inszenierung, die politische Botschaft, religiöse Symbolik und Einschüchterungsästhetik miteinander verband.“
Video zeigt IS-Fahnen bei Marsch
Das Aschura-Fest ist die höchste Feier des schiitischen Islam. Dabei wird des Märtyrertodes von Imam Husain ibn ‘Ali in der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 gedacht. Die Rituale reichen von Gesängen und Musik bis zu blutiger Selbstgeißelung. Das Fest wird zunehmend von Islamisten für ihre Propaganda benutzt.
Auf dem Video des JFDA ist zu sehen, wie mehrere hundert Menschen durch die Straßen zogen und auch Fahnen der Türkei, des Irans, des Libanon und des IS trugen. Dabei wurden auch die Namen von Ikonen des islamistischen Terrors gerufen, wie von Ali Khamenei († 86). Irans Ober-Mullah wurde Ende Februar bei Angriffen der USA und Israels getötet. Auch der Name Hassan Nasrallah († 64) fiel: Der Chef der Terror-Organisation Hisbollah wurde 2024 bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Terrororganisation in Beirut getötet.
Laut der Berliner Polizei war der Marsch unter dem Deckmantel einer Solidaritätsbekundung angekündigt – angeblich für alle unterdrückten Menschen weltweit. Die Demo startete am Berliner Dom und endete am Gendarmenmarkt. Ob die Polizei bei dem Aufmarsch einschritt, ist unklar.