Politik

Wahlkampf in Meck-Pomm: Gaga-Zoff um Fischbrötchen-Plakat der CDU

Wahlkampf in Meck-Pomm: Gaga-Zoff um Fischbrötchen-Plakat der CDU
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Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) – Es geht um die wohl wichtigste Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Doch plötzlich reden alle nur noch über Fischbrötchen. Die Union hat am Donnerstag ihre Wahlkampagne gestartet. Der Slogan: „Die Mitte ist das Beste.“ Gemeint ist die politische Mitte. Aber weil Politik auf Plakaten oft so trocken wirkt wie altes Knäckebrot, griff die CDU kurzerhand zum Fischbrötchen. Die Botschaft dahinter: Beim Fischbrötchen wie in der Politik ist die Mitte das Beste. Beim Brötchen der Fisch. In der Politik die Union.

„Wichtigster Wahlkampf ist der CDU nur 19 Euro wert“

Kaum hingen die ersten Plakate, ging auf X die Fischbrötchen-Debatte los. Lilly Blaudszun (25), Influencerin und Sprecherin von SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig (52), kritisierte: „Die wohl wichtigste Wahl der letzten Jahre ist der CDU 19 Euro auf Alamy wert.“ So viel würden die Nutzungsrechte für das Foto kosten.

CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) konterte umgehend. Das Bild stamme gar nicht von Alamy, sondern von Shutterstock, schrieb er auf X. Und es habe auch nicht 19, sondern 73 Euro gekostet. Warum die CDU nicht einfach ein Fischbrötchen aus Mecklenburg-Vorpommern fotografieren ließ, erklärte Peters gleich mit: „Hätten wir ein Foto eines Fischbrötchens aus Stralsund genommen, hätte sich Rostock beschwert. Hätten wir ein Fischbrötchen von Rügen genommen, wäre Usedom verärgert …“

Doch damit war die Sache noch lange nicht gegessen. Die Fischbrötchen-Debatte nahm auf X erst richtig Fahrt auf. Im Netz gab plötzlich jeder seinen Senf dazu, auch wenn der definitiv nicht aufs Fischbrötchen gehört. Ein Nutzer kommentierte trocken: „Auf der Ebene schlagen wir die AfD.“ Ein anderer befand: „Fischbrötchen sind bedeutend näher am kleinen Mann als Tatar für 90.000 Euro.“ Ein Seitenhieb auf ein Sommerfest von Landesmutter Schwesig.

Ein Ziel hat die CDU-Kampagne schon erreicht

Selbst weit über die Landesgrenzen hinaus sorgte das Brötchen für Gesprächsstoff. Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (61, damals FDP) erklärte es sogar zum Symbol politischer Inhaltsleere. Die CDU dürfte das alles nicht nur ärgern. Immerhin hat die Kampagne ihr erstes Ziel erreicht: Sie sorgt für Aufmerksamkeit. Was die Wähler davon und den politischen Inhalten halten, ist eine ganz andere Geschichte. Das erfahren Peters und seine CDU spätestens am 20. September, wenn in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt wird.

Politisch ist die Lage für die Küsten-Union jedenfalls verdammt ernst. In der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage dümpelte sie bei gerade mal neun Prozent herum. Die AfD kam auf 36 Prozent, die SPD auf 29 Prozent.

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