Caracas (Venezuela) – Diese Rettung aus den Trümmern ist ein Wunder und geht als Video um die Welt! Helfer ziehen ein halbnacktes, völlig verstaubtes Baby aus einem eingestürzten Gebäude. Es lebt! Augenblicke später nimmt der Vater das Kind sofort auf den Arm und weint vor Glück. Die Retter jubeln. Das Kleinkind scheint den Einsturz in einem Hohlraum nahezu unverletzt überlebt zu haben.
Es sind solche Szenen, die den Einsatzkräften jetzt die Kraft geben, die sie brauchen, um weiterzumachen. Immer wieder ziehen sie Überlebende aus eingestürzten Häusern hervor. Sie graben meist mit bloßen Händen.
Ein anderes Video zeigt ein vielleicht drei Jahre altes Kind. Auch dieses Mädchen wird nachts aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses gezogen und auch sie scheint, so gut wie unverletzt zu sein – auch ihr gesamter Körper ist von Staub fast komplett bedeckt. Helfer tragen das Kind unter lautem Jubel auf den Armen davon.
Am Mittwoch wurde der Norden Venezuelas durch zwei kurz aufeinanderfolgende schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Besonders schwer getroffen wurde der Bundesstaat La Guaira mit dem wichtigsten Flughafen und Seehafen des Landes.
Kinder aus Trümmern gerettet
Auch dieses Video gibt Kraft, weil so viel Menschlichkeit in den Szenen steckt. Es zeigt ein älteres Ehepaar, das sich während des Bebens fest in den Armen hält. In diesen Sekunden hängt das Leben an einem dünnen Faden. Doch inmitten der Angst geben sie sich gegenseitig Halt.
Noch Tausende Vermisste befürchtet
Diese Fälle verbreiten Hoffnung inmitten der Katastrophe. Denn die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Zeit. Die ersten 72 Stunden nach so einem Erdbeben sind besonders wichtig, um Verletzte noch zu erreichen. Nach Angaben der venezolanischen Regierung kamen bislang 235 Menschen ums Leben, mehr als 4300 Verletzte wurden in Krankenhäusern behandelt. Offiziell sollen noch rund 200 Menschen unter den Trümmern verschüttet sein. Experten gehen jedoch davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß deutlich größer sein könnte. Noch immer gibt es kein klares Lagebild, aus vielen betroffenen Regionen fehlen Informationen. Die Zahl der Vermissten könnte in die Tausende gehen.
Deutschland hilft mit Flugzeugen und Spezialisten
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sagte: „Wir hoffen, so viele Menschen wie möglich lebend zu retten.“ Internationale Hilfsteams und schwere Maschinen sind auf dem Weg in die besonders betroffene Küstenregion. Auch Deutschland hilft. Dutzende Rettungskräfte des Technischen Hilfswerks sind auf dem Weg in das Krisengebiet. Die Bundeswehr bereitet bis zu sechs A400M-Transportflugzeuge des Lufttransportgeschwaders 62 in Wunstorf vor.