Berlin – Reicht das Geld später für einen Platz im Pflegeheim? Die Kosten für einen Heimplatz steigen seit Jahren – und schon heute müssen Pflegebedürftige oft mehrere Tausend Euro im Monat aus eigener Tasche bezahlen. Im ersten Jahr im Heim liegt der Eigenanteil bundesweit durchschnittlich bei 3245 Euro monatlich. Danach erhöht die Pflegeversicherung die Zuschüsse.
Jetzt gibt es eine Riesen-Diskussion über die Finanzierung der Pflege. Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (50, CDU) schlägt vor: Das eigene Vermögen soll zuerst verwendet werden, bevor die Allgemeinheit dafür aufkommt. Und er denkt explizit auch an selbst bewohntes Immobilien-Eigentum.
Interaktiver BILD-Rechner zeigt, wie viel Sie sparen könnten
Stegemann zu BILD: „Wer vorsorgt – mit privater Pflegezusatzversicherung, Aktiensparen oder Wohneigentum –, übernimmt Verantwortung für den Pflegefall. Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit kann es nicht geben: Wer Vermögen besitzt, muss zunächst eigenes Vermögen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt.“ Aktuell ist das eigene Haus in der Regel vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt, sofern der Ehepartner oder ein Angehöriger noch darin wohnt – auch dann, wenn alle anderen finanziellen Rücklagen erschöpft sind.
Mit dem BILD-Rechner können Sie ausrechnen, welche Kosten im Pflegeheim auf Sie zukommen könnten – und wie viel Vermögen Sie bis dahin aufbauen müssten, um die Pflegekosten stemmen zu können. Als Basis wurden die Heimkosten im Jahr 2026 verwendet – sie könnten in Zukunft weiter steigen.
Fest steht: Die Finanzierung der Pflege wird zu einer immer größeren Herausforderung. Den gesetzlichen Kassen fehlen dieses Jahr eine Milliarde Euro, bis 2030 droht ein Defizit von 17,4 Milliarden Euro.