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Konstantin Kuhle meldet sich zu Wort: Abrechnung mit Kubicki aus der eigenen Partei

Konstantin Kuhle meldet sich zu Wort: Abrechnung mit Kubicki aus der eigenen Partei
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Berlin – Knallharte Ansagen und mĂ€chtig Gegenwind kurz vor der Richtungsentscheidung bei der FDP fĂŒr den designierten Parteichef Wolfgang Kubicki (74). Auf dem Bundesparteitag der Liberalen in Berlin hĂ€lt FDP-Bundesvorstandsmitglied Konstantin Kuhle (37) wĂ€hrend der Aussprache eine klare Anti-Kubicki-Rede. Ohne Kubicki beim Namen zu nennen, warnt Kuhle vor einer FDP „mit Schaum vor dem Mund“ und vor einem Kurs aus „Kulturpessimismus, UntergangserzĂ€hlung und schlechter Laune“. Viele Mitglieder seien „maximal irritiert ĂŒber die LockerungsĂŒbung zur AfD“, sagt Kuhle.

Seine klare rote Linie: Die AfD stehe fĂŒr eine „Abwicklung von EU und Nato“, fĂŒr NĂ€he zu Putin und sei „das Gegenteil von Freiheit“. Deshalb dĂŒrfe es „keine indirekte und keine direkte Zusammenarbeit mit der AfD geben“. Auch an die neue ParteifĂŒhrung richtet Kuhle eine Warnung: Sie mĂŒsse „um jedes einzelne Mitglied kĂ€mpfen“ und aufhören, „Leute aus dieser Partei hinauszutreiben“. FĂŒr die Rede bekommt Kuhle den bis dahin mit weitem Abstand lautesten Applaus der Halle – samt Jubelrufen.

Deutliche Absage von Robert Habeck

Ex-Vizekanzler Robert Habeck (56, GrĂŒne) hat sich im „Spiegel“-SpitzengesprĂ€ch zu Wort gemeldet und Wolfgang Kubicki eine deutliche Absage erteilt. Er glaubt nicht, dass er die Liberalen zurĂŒck in die Erfolgsspur fĂŒhren kann. „Er wird die FDP nicht zu der Partei machen, die Deutschland braucht“, sagt Habeck.

Habeck macht deutlich, dass er eine liberale Partei im deutschen Parteiensystem grundsĂ€tzlich fĂŒr unverzichtbar hĂ€lt. „Ich will einmal sagen, dass ich glaube, dass es eine liberale Kraft in Deutschland braucht, und die haben wir nicht. Es gibt schon eine Aufgabe fĂŒr eine liberale Partei in Deutschland, weil andere Parteien diese LĂŒcke nicht so gut schließen können“, sagt er im „Spiegel“-SpitzengesprĂ€ch.

Klaffende LĂŒcke im Parteiensystem

Doch ausgerechnet die FDP bewege sich nach seiner EinschĂ€tzung nicht in diese Richtung. „Ich sehe das mit großem Bedauern und großer Sorge“, erklĂ€rt Habeck. Im deutschen Parteiensystem gebe es „wirklich eine klaffende LĂŒcke“. Diese liege jedoch nicht am rechten Rand: „Aber sie ist nicht zwischen Union und AfD, sondern die LĂŒcke ist tatsĂ€chlich im Zentrum der Demokratie.“

Besonders kritisch blickt Habeck auf den Kurs von Kubicki, der an diesem Samstag auf einem Bundesparteitag als neuer FDP-Chef gewĂ€hlt werden soll. Dessen oft provokantes Auftreten könne der Partei zwar kurzfristig helfen. „Vielleicht wandern dann ein paar Stimmen von der AfD zur FDP, vielleicht ein paar Stimmen von der Union zur FDP“, sagt Habeck. Sein Fazit fĂ€llt dennoch vernichtend aus: „Aber das ist nicht die liberale Kraft, die dieses Land braucht.“

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