Политика

Kreml bestätigt: Schröder überraschend in Moskau

Kreml bestätigt: Schröder überraschend in Moskau

Ein überraschender Aufenthalt von Gerhard Schröder in Moskau sorgt für neue politische Diskussionen in Europa. Der Kreml hat laut russischer Nachrichtenagentur Tass bestätigt, dass sich der ehemalige deutsche Bundeskanzler (SPD) in Russland aufhält. „Man freue sich immer über Gäste“, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow demnach.

Der deutsche Altkanzler wurde von RTL- und ntv-Korrespondent Rainer Munz am Dienstag im Hotel Kempinski in Moskau gesichtet: Was der mittlerweile sehr umstrittene Schröder in der russischen Hauptstadt konkret unternimmt, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Kreml bestätigt Besuch – Schweigen über Details
Der Kreml hält sich über den Zweck der Reise bedeckt. Laut Tass wurde der Aufenthalt Schröders bestätigt, weitere Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt. Ob sich der Ex-Kanzler weiterhin in Russland aufhält, blieb zunächst unklar.

Der Besuch erfolgt in einem politisch sensiblen Moment. Nur wenige Tage zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin Schröder erneut als möglichen Vermittler in Gesprächen über den Krieg gegen die Ukraine ins Spiel gebracht.

Putins Vermittler-Vorstoß sorgt für Ablehnung in Europa
Die Idee eines möglichen Vermittlereinsatzes Schröders stieß in Europa umgehend auf deutliche Kritik. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas warnte davor, Russland die Möglichkeit zu geben, „in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen“. Das sei „nicht sehr klug“.

Mit Blick auf Schröders frühere Tätigkeit für russische Staatsunternehmen betonte Kallas, er sei ein hochrangiger Lobbyist gewesen. Daher sei nachvollziehbar, warum Moskau ihn bevorzuge: „Dann säße er gewissermaßen auf beiden Seiten des Tisches.“

Klare Absage aus Kiew
Auch die ukrainische Regierung reagierte ablehnend. Außenminister Andrij Sybiha erklärte, man unterstütze einen möglichen Vermittlereinsatz Schröders nicht. Es gebe „viele andere würdige Führungspersönlichkeiten“, die für Gespräche infrage kämen.

Umstrittene Nähe zu Putin seit Jahren
Schröder steht seit langem wegen seiner engen Beziehung zu Wladimir Putin in der Kritik. Bereits 2014 feierte er seinen 70. Geburtstag gemeinsam mit dem russischen Präsidenten in Russland. Auch nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine blieb er zunächst für russische Energiekonzerne tätig.

Wirtschaftsforum in St. Petersburg als Hintergrundkulisse
Parallel zum Moskau-Aufenthalt startet in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum (SPIEF). Dort sollen erstmals seit Beginn des Krieges wieder deutsche Unternehmer offiziell vertreten sein. Auch mehrere AfD-Politiker werden erwartet.

Unter ihnen sind Markus Frohnmaier, Jörg Urban, Steffen Kotré und Petr Bystron. Sie reisen mit unterschiedlichen politischen Botschaften an, betonen jedoch wirtschaftliche Interessen und Versorgungssicherheit.

Umstrittene Kontakte
Laut Angaben aus Wirtschaftskreisen sollen weiterhin rund 1600 deutsche Unternehmen in Russland aktiv sein. Zu den Teilnehmern des Forums zählen unter anderem der Agrarunternehmer Stefan Dürr sowie Globus-Manager Thomas Bruch.

Auch kulturelle und wirtschaftliche Programmpunkte stehen auf dem Programm, darunter Diskussionen über Kultur als „Brückenbauer in Krisenzeiten“. Erwartet werden unter anderem Dirigent Justus Frantz, Verleger Holger Friedrich sowie Filmemacher Hubert Seipel.

Welche Rolle spielt Schröder in Moskau?
Unklar bleibt, welche Rolle Gerhard Schröder in Moskau aktuell einnimmt. Der Kreml bestätigt lediglich seinen Aufenthalt – ohne Angaben zu Treffen, Gesprächen oder möglichen politischen Funktionen.

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