Eine libanesische Journalistin ist mutmaĂlich bei einem israelischen Luftangriff auf den SĂŒden des Libanons getötet worden. SanitĂ€ter hĂ€tten die Leiche von Amal Chalil geborgen, teilte der libanesische Informationsminister Paul Morcos mit. Auch ihre Zeitung bestĂ€tigte den Tod der Reporterin.
Nach wochenlangen KĂ€mpfen zwischen Israel und der Hisbollah hatten Israel und der Libanon mit US-PrĂ€sident Donald Trump am 16. April 2026 eine zehntĂ€gige Waffenruhe vereinbart. Der Libanon wirft Israel vor, trotz Waffenruhe Ziele im SĂŒdlibanon angegriffen zu haben.Â
Bei zwei israelischen Angriffen auf den Ort al-Tiri wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums neben Chalil auch zwei weitere Menschen getötet und eine Kollegin von Chalil verletzt. Beim Versuch, zu Chalil zu gelangen, sei ein Krankenwagen zunÀchst von israelischer Seite beschossen worden, hieà es vom Gesundheitsministerium. Erst nach Stunden seien Helfer zu ihr vorgedrungen.
Bevor ihr Tod bekannt wurde, hatte die Organisation Reporter ohne Grenzen die internationale Gemeinschaft aufgerufen, Druck auf das israelische MilitĂ€r auszuĂŒben, damit Chalil gerettet werden könne. »Ihr Leben ist derzeit in Gefahr!«, warnte die Organisation Stunden vor der Bergung ihrer Leiche. »Andauernde israelische Luftangriffe hindern RettungskrĂ€fte daran, zu ihr zu gelangen.«
Israel weist Vorwurf von Reporter ohne Grenzen zurĂŒck
Israels MilitĂ€r wies den Vorwurf zurĂŒck, Rettungsteams blockiert âzu haben, und erklĂ€rte, es habe Berichte ĂŒber â zwei verletzte Journalistinnen erhalten.Â
Bei der anderen Reporterin handelt es sich um die freie Fotografin Zeinab Faraj. Sie âberichteten aktuell ĂŒber Entwicklungen nahe der Stadt al-Tiri, als ein israelisches Geschoss ein Fahrzeug vor ihnen traf. Daraufhin seien sie in ein nahegelegenes Haus geflĂŒchtet, das âanschlieĂend von einem weiteren israelischen Angriff getroffen worden sei. Libanesische RettungskrĂ€fte konnten Faraj, die eine Kopfverletzung erlitten hatte, retten, wie Elsy Moufarrej von der libanesischen Journalistengewerkschaft sagte.
Als die Helfer zurĂŒckkehrten, um Chalil zu retten, habe Israels MilitĂ€r eine Blendgranate abgeworfen und so den Zugang zu dem zerstörten GebĂ€ude blockiert. Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, Israels MilitĂ€r habe die Rettung durch den Einsatz â einer Blendgranate und scharfer Munition âauf den Krankenwagen verhindert. Etwa vier Stunden nach dem ersten Angriff hĂ€tten die Retter an den âOrt zurĂŒckkehren können, sagte Moufarrej.Â
Bereits im MÀrz drei Journalisten bei Angriff getötet
Das israelische MilitĂ€r teilte mit, âes habe zwei Fahrzeuge identifiziert, die ein von der libanesischen Miliz Hisbollah genutztes militĂ€risches GebĂ€ude verlassen und die »vordere Verteidigungslinie« ĂŒberquert hĂ€tten. Damit bezeichnet Israel die Grenze der von seinen Truppen besetzten âZone im SĂŒdlibanon. Die Autos hĂ€tten sich den Soldaten auf eine Weise genĂ€hert, die eine unmittelbare Bedrohung fĂŒr deren Sicherheit dargestellt habe. Daraufhin sei eines der Fahrzeuge und anschlieĂend ein nahegelegenes GebĂ€ude beschossen âworden.
Bereits im MĂ€rz waren bei einem israelischen Luftangriff im SĂŒdlibanon drei Journalisten getötet âworden. Das israelische MilitĂ€r erklĂ€rte damals, es habe einen der Reporter ins Visier genommen. â Seit Beginn der âisraelischen Offensive als Reaktion auf einen Angriff der Hisbollah âam 2. MĂ€rz sind nach Angaben der libanesischen Behörden mehr als 2.400 Menschen im Libanon getötet worden. Israel hat einen Gebietsstreifen an âder Grenze eingenommen, in dem seine Truppen stationiert bleiben. Ziel sei es, eine Pufferzone zu schaffen, um âden Norden Israels vor Angriffen der Hisbollah zu schĂŒtzen. Die Miliz hatte wĂ€hrend des Konflikts Hunderte Raketen auf Israel abgefeuert.