Hamburg/Bardowick – Ein letzter Abschied von Caroline von Rantzau (†26): Familie, Freunde und Weggefährten trauern um die junge Frau, deren rätselhafter Tod Anfang Juni auf einem Anwesen in Südafrika deutschlandweit für Entsetzen sorgte. Am Donnerstag wurde die Millionärs-Tochter im engsten Kreis beigesetzt.
Die Trauerfeier begann um 13 Uhr im Dom St. Peter und Paul in Bardowick – einem Ort voller Geschichte für die Familie von Rantzau. Hier liegen die Wurzeln des alten Adelsgeschlechts, hier ist die Verbindung bis heute spürbar. Doch an diesem Tag liegt etwas anderes in der Luft: Schwere, Stille, Abschied.
Vor dem imposanten Dom kommt es zu einem bedrückenden Bild: schwarz gekleidete Gäste, dunkle Sonnenbrillen, breitkrempige Hüte, Tränen. Die Gäste begrüßen sich flüsternd, tauschen flüchtige Küsse aus. Es sind leise Zeichen der Nähe in einem Moment, in dem Worte nicht mehr reichen.
Der Abschied bleibt hinter verschlossenen Türen
Sicherheitskräfte schirmen den Eingangsbereich rigoros ab. Vor dem verzierten Eingang stehen große Kübel mit roten Rosen. Immer wieder fahren schwarze Limousinen vor, die Gäste verschwinden direkt hinter den Absperrungen. Dann, um 12.53 Uhr, zerreißt das erste Läuten der Glocken die Stille. Tief und schwer hallt der Klang über den Platz.
Mitarbeiter der Reederei John T. Essberger aus Hamburg stehen in Schifffahrtsuniform Spalier am Sarg. Vor ihnen liegt ein Gesteck aus roten Rosen. Die Millionärsfamilie betritt den Dom über den Seiteneingang – abgeschirmt von Sicherheitskräften mit schwarzen Schirmen. Auch ein Hund ist dabei.
Um Punkt 13 Uhr verstummt die letzte Glocke. Die Türen schließen sich. Weder Fotos noch Handys sind erlaubt. Die Öffentlichkeit bleibt draußen, die Trauer im Inneren des gotischen Baus gehört allein der Familie. Nur leise dringen die Klänge von Orgel und Geige nach außen.
Ein Tod, der viele Fragen hinterließ
Der Tod der jungen Millionärs-Tochter hatte weit über Norddeutschland hinaus Bestürzung ausgelöst. Caroline von Rantzau starb auf der Leeuwfontein-Lodge der Familie in Südafrika durch Schüsse aus einem Jagdgewehr. Erst war von einem Unfall die Rede, später erklärten Anwälte: Sowohl sie als auch ihr Finanzmanager Arno Koën (†43) seien innerhalb von 20 Stunden durch Suizid gestorben. Die Ermittlungen der südafrikanischen Polizei dauern dennoch an. Die Ereignisse erschütterten die traditionsreiche Reederfamilie zutiefst.
Doch an diesem Tag geht es nicht um offene Fragen, sondern um den Abschied von einer jungen Frau, die als naturverbundene, passionierte Jägerin voller Pläne beschrieben wurde. Erst gegen 14.30 Uhr öffnen sich die Türen wieder. Die Trauergäste treten hinaus in die Hitze des Tages. Viele umarmen sich und wechseln einige leise Worte. Bei manchen sind Tränen in den Augen zu sehen. Nach und nach starten die Motoren, bis der letzte Wagen den Kirchplatz verlassen hat.