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Baden-Württemberg: Eltern entführen verletztes Baby aus der Klinik

Baden-Württemberg: Eltern entführen verletztes Baby aus der Klinik
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Konstanz (Baden-Württemberg) – Seit mehreren Tagen sind Eltern mit ihrem Baby auf der Flucht vor der Polizei. Der Mann und die Frau hatten ihren verletzten Säugling aus der Klinik entführt. Die Polizei gibt nur wenige Details bekannt, hielt die Fahndung tagelang geheim.

Dabei könnte das Baby in Gefahr sein: Das Baby lag nämlich offenbar wegen einer Straftat in der Klinik. Die Kripo ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Erst auf BILD-Nachfrage sagte Daniel Brill, Sprecher im Polizeipräsidium Konstanz: „Die Ermittlungen richten sich gegen ein Familienmitglied.“ Ob gegen Vater, Mutter oder einen anderen Verwandten, ließ Brill mit Verweis auf „laufende Ermittlungen“ offen. Auch aus welcher Klinik das Kind mitgenommen wurde, teilte die Polizei in Baden-Württemberg nicht mit.

Fest steht: „Die Eltern eines verletzten Säuglings hatten diesen aus dem Klinikum, in dem das Kind zu diesem Zeitpunkt behandelt wurde, mitgenommen“, so Brill. Auf Nachfrage teilte der Sprecher mit, dass die Entführung „bereits am Donnerstag“ stattfand. Da es Hinweise auf einen möglichen Aufenthalt der Familie in Mönchweiler (Schwarzwald-Baar-Kreis) gegeben habe, durchsuchte die Polizei dort noch am Donnerstagabend ein Objekt. Laut Polizeisprecher Brill verlief dies negativ.

Hinweise auf Kindeswohlgefährdung ignoriert?

Erst Mitte Juni hatte ein mutmaßlicher Fall von Kindeswohlgefährdung in der Gemeinde Mönchweiler (3200 Einwohner) für Aufsehen gesorgt. Wie der „Schwarzwälder Bote“ berichtete, hatten zwei junge Männer (18, 20) gegen 23 Uhr am Sportplatz ein betrunkenes Paar mit einem Baby und einem Mädchen im Grundschulalter beobachtet. Die Männer sprachen die Familie an. Der Vater habe genuschelt, das Kind sei gerade erst von der Schule gekommen.

Die Männer riefen die Polizei und sollen bei gleich zwei Revieren abgeblitzt sein: „Uns wurde mitgeteilt, dass eventuell erst ein bis zwei Stunden später ein Streifenwagen verfügbar sei“, zitiert der Bote die Zeugen. Als der dann endlich da war, war die Familie längst weg. Wie Sprecher Brill gegenüber der Zeitung sagte, hätten die Zeugen den Fall gegenüber der Polizei „weit weniger dramatisch“ geschildert.

Ob die Ermittler einen Zusammenhang zwischen dem damaligen Vorfall und dem aktuellen Fall prüfen, beantwortete Brill auf BILD-Nachfrage zunächst nicht.

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