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Hubert Aiwanger: Seine letzten Stunden im Berliner Hotelzimmer

Hubert Aiwanger: Seine letzten Stunden im Berliner Hotelzimmer
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Berlin – Als ihr Chef Hubert Aiwanger (†55) seine Rede in Berlin absagte, gingen die Parteifreunde von einem Infekt aus. Während er sich vermeintlich auskurierte, feierten sie die Eröffnung des neuen Hauptstadtbüros der Freien Wähler, gingen beim Italiener essen. Nur rund zwei Stunden später alarmierten sie das Hotelpersonal. Denn sie konnten ihren Chef nicht erreichen. Er lag tot in seinem Zimmer. BILD rekonstruiert die dramatischen letzten Stunden des bayerischen Wirtschaftsministers.

Es war ein Prestigeprojekt, für das Aiwanger nach Berlin reiste. Ein Büro der Freien Wähler an feiner Adresse auf der Französischen Straße mitten im Regierungsviertel. Der Chef sollte die Eröffnungsrede bei der Feier am Mittwoch halten. Am Abend zuvor checkt Aiwanger im Hotel „Neuer Fritz“ auf der Friedrichstraße ein, bekommt ein Zimmer im dritten Stock.

Aiwanger reagierte nicht auf Nachrichten

Bereits am nächsten Morgen klagt der Niederbayer nach Informationen des Magazins „Stern“ gegenüber Vertrauten über Unwohlsein. Innerhalb der Partei geht man von einem Magen-Darm-Infekt aus. Termine am Vormittag werden abgesagt. Doch am Nachmittag zur Feier, die um 14.30 Uhr beginnt, wolle der Politiker dem Vernehmen nach kommen. Laut Stern schickt Parteifreund Fabian Mehring, bayerischer Digitalminister, eine SMS, ob man gemeinsam Mittagessen wolle. Aiwanger reagiert nicht.

Parteifreunde rufen Hotelmitarbeiter

Als die Feier losgeht, fehlt der Chef. Er soll seine Teilnahme zuvor noch abgesagt haben. Mehring springt für ihn ein und schickt laut Stern Genesungswünsche. Er sei „quasi von einem Schnupfen“ ausgegangen, schreibt der Minister später auf Instagram. In der Lasagneria „Il Punto“ wird bis etwa 17 Uhr gefeiert. Einige Parteifreunde machen sich offenbar Sorgen, ihren Chef wiederholt nicht erreichen zu können. Sie eilen den zehnminütigen Fußweg zum Hotel. Laut „Focus“ versuchen sie, Aiwanger am Handy zu erreichen. Später klopfen sie an seine Zimmertür. Keine Reaktion. Dann verständigen sie laut „Stern“ Hotelmitarbeiter. Die öffnen die Tür.

Aiwanger lag tot in seinem Bett

Nach BILD-Informationen lag Aiwanger tot in seinem Bett. Neben der Zimmertür hängt noch sein blaues Jackett auf einem Kleiderbügel. Gegen 19 Uhr wird der Notruf gewählt. Wenig später trifft die Polizei am Hotel ein. Der genaue Grund für den plötzlichen Tod des beliebten Politikers ist noch unklar. „Die Obduktion hat Hinweise gegeben darauf, dass letztlich ein natürlicher Tod vorliegt“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold. Es stünden aber noch weitere Untersuchungen der Rechtsmedizin aus.

Hubert Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin Tanja Schweiger (48, Freie Wähler), Landrätin des Landkreises Regensburg, sowie zwei gemeinsame Söhne. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb nach dem plötzlichen Tod Aiwangers: „Er wird uns allen sehr fehlen. Wie viele andere konnte ich die Nachricht von seinem Tod zunächst nicht glauben. Ich bin persönlich schockiert und tief getroffen. Ein solcher Verlust führt uns die Vergänglichkeit des Lebens auf schmerzliche Weise vor Augen.“

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