Politik

Im September ist Schluss: Britischer Premier Keir Starmer tritt zurück

Im September ist Schluss: Britischer Premier Keir Starmer tritt zurück
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London – Aus für Briten-Premier Keir Starmer (63)! Er kämpfte mit den Tränen, kündigte aber seinen sofortigen Rücktritt als Labour-Parteichef ein und dann seinen Abgang aus Downing Street 10 bis Ende des Sommers. Er ziehe damit die Konsequenzen aus den anhaltend schlechten Zustimmungswerten, sagte Starmer am Mikrofonpult vor seinem Amtssitz in London.

Nach der Sommerpause (geht bis September) werde er dem neuen Parteichef (wahrscheinlich Andy Burnham, Anm. d. Red.) einen geordneten Übergang ermöglichen, versprach er. Heute Morgen habe er König Charles III. seine Entscheidung bereits mitgeteilt.

Man konnte ihn schlecht hören

Die Starmer-Rede war seltsam: Denn im Hintergrund spielte sehr laute Musik, so dass der Noch-Premier zeitweise schwer zu verstehen war. Erklärung: Der berühmte Anti-Brexit-Aktivist Steve Bray spielte laut die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven – die Hymne der Europäischen Union.

„Vor zwei Jahren diese Straße (zum Amtssitz in Downing Street) hochzulaufen, war der stolzeste Moment meines Lebens“, sagte Starmer. Dann hob Starmer seine Errungenschaften hervor: Die Löhne etwa seien in seiner Amtszeit schneller gestiegen als die Inflation.

Zum Schluss kämpfte er mit den Tränen

Doch dann sagte er: „Die Frage jetzt lautet, ob ich die beste Person bin, um die Partei in die nächste Wahl zu führen. Ich habe die Stimmen in meiner Partei gehört. Darum werde ich als Parteichef zurücktreten.“ 

Am Ende seiner Rücktrittsrede kamen Gefühle auf! Starmer stockte kurz die Stimme, als er gerührt über seine Frau Victoria („Vic“) und seine Kinder sprach. Nach dem Abschied von der „größten Aufgabe des Landes“ werde er mehr Zeit für die „wichtigste Aufgabe“ aufwenden: „Der bestmögliche Ehemann für meine wunderbare Frau Vic zu sein, die mir in guten wie in schlechten Zeiten eine feste Stütze war. Und der bestmögliche Vater für meine wunderbaren Kinder zu sein, die mein ganzer Stolz und meine Freude sind“.

Seine Frau umarmte ihn innig, bevor sie zusammen in die Downing Street Nr. 10 zurückkehrten.

Starmer ist der sechste Premierminister der Briten seit dem Brexit-Referendum (nach David Cameron, Theresa May, Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak). Morgen jährt sich das Referendum zum EU-Nein zum 10. Mal.

Starmer war der erste Labour-Premier nach 14 Jahren Herrschaft der konservativen Tories. Doch in den Augen vieler Briten wurden die Probleme mit ihm nicht kleiner. Zudem nahmen ihm viele Wähler übel, dass er Peter Mandelson zum Botschafter in Washington ernannt hatte: Wie sich herausstellte, war der aber eng mit Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†2019) verbandelt.

Sowohl Labour als auch die konservativen Tories verlieren rasant an Zustimmung zugunsten der „Renew“-Partei von Brexit-Wortführer Nigel Farage.

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