Karlsbad (Tschechien) – Sie war eine fleißige Schülerin aus gutem Hause. Niemand ahnte, welches Leid sie nachts hinter verschlossenen Türen durchlebte. Bis die 12-Jährige plötzlich mit starken Bauchschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und überraschend ein Baby bekam. Der Vater des Kindes: ihr eigener Bruder (16).
Der Junge soll das Mädchen im gemeinsamen Kinderzimmer in ihrem Elternhaus – in einem Dorf in der tschechischen Region Karlsbad, direkt hinter der deutschen Grenze – missbraucht haben. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag bekanntgab.
Mädchen verheimlichte Schwangerschaft
Laut Gericht fing der Bruder bereits im Alter von 15 Jahren an, seine Schwester immer wieder gegen ihren Willen zu berühren. Im Herbst 2024 vergewaltigte er sie. Die 12-Jährige schwieg und ging weiter zur Schule, wie die Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ berichtet. Als ihr Bauch wuchs, schöpfte offenbar niemand Verdacht. Ihre Familie nahm an, sie habe einfach zugenommen. Auf Klassenfotos sah das Mädchen fülliger als sonst aus.
In den Sommerferien krümmte sich die Schülerin plötzlich vor Schmerzen. Es waren die Wehen, wie ein Arzt erschrocken feststellte. Kurz darauf brachte sie einen gesunden Jungen zur Welt. Er kam in eine Pflegefamilie. Erst nach der Geburt offenbarte die 12-Jährige, was der Bruder ihr angetan hatte. Ein Gentest bestätigte später die Vaterschaft. Für die Eltern ein Schock.
„Es war eine Katastrophe für die Familie“
Die Geschwister würden aus einem guten sozialen Verhältnis stammen, erklärte der Bürgermeister gegenüber Medien. „Es war eine echte Katastrophe für die Familie. Sie hatten sehr schwer damit zu kämpfen. Natürlich wurde hier sofort darüber geredet“, sagte er.
Der Junge erschien in einem schwarzen Anzug zu seinem Urteil vor dem Landgericht Pilsen (Tschechien). Er gestand, seine Schwester vergewaltigt zu haben. Neben der Bewährungsstrafe wurden ihm eine Sexualtherapie und eine Zahlung von umgerechnet etwa 12.500 Euro an das Opfer auferlegt.