Tech-Milliardär Peter Thiel hat Teile der Medien scharf kritisiert. Er frage sich, warum so viel davon „zu einer Art linken Hassfabrik verkommen“ sei, sagte Thiel bei der Verleihung des Axel-Springer-Awards in Berlin. Die Medienlandschaft sei „sehr, sehr einseitig“ und „bei weitem nicht so frei, wie wir es uns wünschen würden“. Thiel wurde am Donnerstagabend mit dem Preis ausgezeichnet.
Zugleich lobte der Milliardär Springer-Chef Mathias Döpfner und die US-Journalistin Bari Weiss vom Sender CBS, die ebenfalls bei der Preisverleihung sprach. Ohne Menschen wie sie wäre die Lage „wirklich sehr, sehr schlecht“, sagte Thiel. Döpfner, Weiss und den Menschen bei Axel Springer sprach er Anerkennung für ihren „Mut“ aus und bezeichnete sie als „Gegenstimmen“ in dieser Medienlandschaft.
Thiel äußerte sich auch zum Wahlerfolg der Linken bei der jüngsten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Er könne verstehen, warum Menschen die Partei wählten. Es gebe ein „sehr reales Problem“: Wohnen sei zu teuer und zu stark reguliert. Die Linke habe dafür allerdings keine guten Antworten. Mit Mietpreisbindungen werde man Berlin wahrscheinlich „in ein Elendsviertel verwandeln“, sagte Thiel.
Thiel bekannt für seine Nähe zu Trump
Der aus Deutschland stammende Thiel ist IT-Investor und Mitgründer des Software-Unternehmens Palantir. Er ist bekannt für seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. Die Frage, ob sich Sicherheitsbehörden auf die umstrittenen Datenanalyse-Produkte von Palantir verlassen sollten, hat in Deutschland Debatten ausgelöst.
Thiel ist der zehnte Preisträger des Axel-Springer-Awards. Mit der nicht dotierten Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die laut Springer in herausragender Weise Märkte verändern. Springer würdige Thiel für sein Unternehmertum, seine Risikobereitschaft und sein unkonventionelles Denken, sagte Vorstandschef Döpfner in seiner Rede. In der Vergangenheit ausgezeichnet wurden etwa Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Geschäftsführer Elon Musk sowie der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee.
Am Rande der Preisverleihung nahmen zahlreiche Menschen an einer Protestkundgebung gegen Thiel teil. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben störungsfrei. Linke Gruppen hatten zu dem Protest aufgerufen.
Vor dem Axel-Springer-Gebäude war unter anderem ein Banner mit der Aufschrift „Thiel Shall Not Pass“ zu sehen - eine Anspielung auf den Satz „You shall not pass“ („Du darfst nicht vorbei“) aus „Der Herr der Ringe“. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hatte die Verleihung des Preises an den Tech-Milliardär zuvor kritisiert.
Während der Preisverleihung kam es zu einer kurzen Störaktion. Nach Angaben von Springer betrat ein Mitarbeiter eines Dienstleisters mit einem Transparent die Bühne, auf dem „They know that we know that they lie“ („Sie wissen, dass wir wissen, dass sie lügen“) stand. Der Mann sei von Sicherheitskräften von der Bühne gebracht worden, verletzt worden sei niemand, teilte Springer auf Anfrage mit.