Berlin – Vom Erklär-General zum mächtigsten Soldaten Deutschlands! Generalleutnant Christian Freuding (55) steigt im Februar 2027 zum Generalinspekteur der Bundeswehr auf. Damit wird der bisherige Chef des Heeres ranghöchster Soldat des Landes. Das bestätigte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Berlin. Freuding folgt auf General Carsten Breuer (61), der im September zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt wurde und deshalb bald nach Brüssel wechselt.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) befördert mit der Personalentscheidung einen seiner engsten militärischen Berater. Zuvor hatte Freuding seit dem 1. Oktober 2025 das Heer angeführt. Pistorius lobte Freuding als „starke, kluge und überzeugende Führungspersönlichkeit“. Er bringe alle Voraussetzungen mit, die Truppe „in das neue Zeitalter zu führen, in dem wir uns besser schützen müssen als in den Jahrzehnten zuvor“.
Freudings Aufstieg ist eng mit der „Zeitenwende“ in der Bundeswehr verbunden, die Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (68, SPD) ausgerufen hatte. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine übernahm Freuding 2022 die Leitung des Sonderstabs Ukraine im Verteidigungsministerium und koordinierte später die deutsche Militärhilfe für Kiew. Von 2023 bis 2025 führte er den neu geschaffenen Planungs- und Führungsstab des Ministeriums, seit Oktober 2025 steht er an der Spitze des Heeres.
Pistorius lobte besonders, wie Freuding die Militärhilfe für die Ukraine koordiniert hat. Der General habe die „rasanten technischen Entwicklungen in Putins Krieg gegen die Ukraine analysiert“ und daraus Konsequenzen für die Bundeswehr gezogen. Als Heeresinspekteur habe er entsprechende Maßnahmen umgesetzt, darunter die Aufstellung des ersten Drohnenregiments.
Youtube-Format machte ihn bekannt
Vielen Deutschen ist Freuding allerdings aus dem Internet bekannt. In der Bundeswehr-Videoreihe „Nachgefragt“ erklärte er den Ukraine-Krieg und wurde so zum „Youtube-General“. Aus seiner Haltung machte er dabei nie einen Hehl: „Das ist auch unser Krieg“, sagte er einst. Um in künftigen militärischen Konflikten bestehen zu können, müssten die Deutschen „dringend in der Zeitenwende ankommen“. Als Generalinspekteur wird Freuding ab Februar knapp 200.000 aktive Soldaten anführen.