Politik

So viele Pleiten in Deutschland wie seit 2013 nicht mehr

So viele Pleiten in Deutschland wie seit 2013 nicht mehr
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Neuss – Deutschlands Pleitewelle rollt weiter. Nach Hochrechnungen von Creditreform werden bis Ende Juni 12.900 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind fast acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit dem ersten Halbjahr 2013. Damals waren es 13.310 Fälle.

Besonders bitter: Mit den Firmenpleiten stehen nach Creditreform-Schätzung rund 165.000 Jobs auf der Kippe. Vor einem Jahr waren es noch 143.000. Creditreform-Wirtschaftsforscher Patrik Ludwig Hantzsch warnt: „Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht.“ Die Lage werde sich erst stabilisieren, wenn die Wirtschaft wieder wachse. „Nach jetzigem Stand also frühestens 2027“, sagt Hantzsch.

Das steckt hinter der Pleitewelle

Die Gründe für die Pleitewelle: teure Energie, zurückhaltende Kunden, hohe Kosten und bürokratische Lasten. Der Iran-Krieg hat die Lage zusätzlich verschärft, weil steigende Energiepreise Unternehmen und Verbraucher belasten. Besonders betroffen ist der Dienstleistungsbereich. Dort gab es im ersten Halbjahr fast 7900 Insolvenzen. Dazu zählt auch die Gastronomie.

Jetzt wackeln auch die Großen

Auffällig: Auch größere Unternehmen geraten immer stärker unter Druck. Bei Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten stieg die Zahl der Pleiten um 28,6 Prozent. Es traf unter anderem die Hotelbetreiber Revo Hospitality Gruppe, die Baumarktkette Hellweg und den Spielwarenhändler Rofu Kinderland. Hart trifft es auch junge Unternehmen. 1140 Firmen, die höchstens zwei Jahre am Markt waren, mussten aufgeben. Das sind 25,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Hantzsch sagt: „Das schwierige Umfeld verzeiht keine Fehlkalkulationen.“

Auch Verbraucher trifft es hart

Auch viele Verbraucher geraten in finanzielle Schieflage. Creditreform zählte im ersten Halbjahr 38.800 Verbraucherinsolvenzen, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die amtlichen Zahlen zeigen den gleichen Trend: Im ersten Quartal meldeten die Amtsgerichte 6275 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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