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Unfassbare Erklärung vor Gericht: Totraser ist für seine Anwälte das wahre Opfer

Unfassbare Erklärung vor Gericht: Totraser ist für seine Anwälte das wahre Opfer
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Frankfurt – Trung Hieu H. (27) ist ein Pflegefall, die Zwillingsbrüder Duy Quang und Quang Minh N. (23) sind tot. Vor Gericht aber geht es um das Leid des Mannes, der das alles angerichtet hat: Mohamed S. (24) sitzt seit Montag wegen versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung auf der Anklagebank. Während er seine Opfer einfach verstümmelt und sterbend auf einer Hauptverkehrsstraße liegen ließ, sind seine Anwälte voller Empathie und Fürsorge für ihn. Und verlesen dann eine Erklärung, die fassungslos macht.

Laut Anklage raste Mohamed S. am 6. Juli 2025 gegen 2.30 Uhr mit dem Toyota Corolla seines Vaters durch Frankfurt. Begleitet von drei Freunden, mit denen er am Ufer des Mains Lachgas inhalierte. Am alten Polizeipräsidium an der Mainzer Landstraße erfasst der Syrer auf dem Radweg die Zwillinge auf einem E-Scooter. Sie werden 30 Meter durch die Luft geschleudert. Mohamed S. bremst nicht.

Opfer wurde 70 Meter weit mitgeschleift

„Mit gleichbleibender, überhöhter Geschwindigkeit“, so die Anklage, erfasst er ihren sechs Meter vor ihnen fahrenden Freund Trung. Sein Kopf durchschlägt die Windschutzscheibe, er wird rund 70 Meter mitgeschleift, verliert ein Bein, kann seither kein Deutsch mehr und nur noch seinen Namen schreiben.

Seine Anwältin Wiebke Otto, die Mohamed S. im Gerichtssaal mit einer roten Mappe vor Kameras abschirmte und ihm beruhigend die Schulter tätschelte, verlas beim Prozessauftakt eine Erklärung. Auch im Namen ihres Kollegen Michael Koch: „Wir Verteidiger – beide Eltern – werden zu keiner Stelle versuchen, das Leid der Opfer kleinzureden.“

Richter sollen sich vorstellen, Totraser wäre ihr Sohn

Um dann an die Richter gewandt über das ach so schwere Schicksal ihres Mandanten zu beklagen und Mitleid mit ihm einzufordern: „Aber was wäre, wenn der Täter der eigene Sohn wäre? Die Eltern erleben, wie das Leben des Sohnes auseinanderbricht. Das eigene Kind sitzt im Gefängnis, das es mehr und mehr gebrochen hat. Mohammad war nach dem Unfall nicht mehr Herr seiner Sinne, er war nicht kalt oder berechnend.“

Die Überwachungsvideos, die dann abgespielt werden, verfolgt der angeblich so von der Tat und den Folgen gebeutelte Angeklagte mit ungerührtem Gesicht. Sie zeigen, wie Mohamed S. nach dem Unfall weiter durch die Stadt rast und dabei ein unter dem Toyota eingeklemmter Elektroroller Funken sprüht. Über Kilometer.

Die Anklage wertet als versuchten Mord, dass Mohamed S. weiterraste, während Trung Hieu H. auf der Motorhaube lag. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Er schweigt bisher.

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