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Timmy-Obduktion am Strand: Einer muss es ja machen

Timmy-Obduktion am Strand: Einer muss es ja machen
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Anholt (Dänemark) – Es ist der wohl ekelhafteste Job des Tages – aber einer muss ihn ja machen! Heute soll der tote Buckelwal Timmy am Strand auseinandergenommen und obduziert werden. Der Kadaver liegt bereits seit drei Wochen an der Küste der dänischen Insel Anholt, die Verwesung ist dementsprechend weit fortgeschritten. Wenn die Experten Timmy aufschneiden, wird ein bestialischer Gestank den Strand umhüllen.

Das Obduktionsteam besteht laut BILD-Informationen aus fünf bis sechs dänischen Experten, darunter Pathologen, Tierärzte und Forscher. Geleitet wird die Gruppe von Charlotte Bie Thøstesen. Sie ist eine dänische Naturhistorikerin und Fachchefin für Naturgeschichte beim Museum Vest in Dänemark. Thøstesen und ihr Team werden nicht drum herumkommen, in den toten Wal zu steigen. Nur so lassen sich Magen, Darm und die riesigen Organe untersuchen, erklärte Meeresbiologe und Walforscher Fabian Ritter. Eine Wal-Obduktion ist für Pathologen keine Routine, sondern eine echte Mammutaufgabe und so spannend wie ein Krimi. CSI: Timmy!

Das Obduktionsteam wird heute Nachmittag mit der Fähre zur dänischen Insel Anholt fahren – und dann zügig loslegen! Bekleidet unter anderem mit Vollschutzanzug, Kapuze, Schutzbrille und Atemmaske, werden sie Timmy mit schweren Geräten aufschneiden. „Das sind große Flenzmesser an langen Stielen“, sagt Ritter.

Mit dem Messer setzen die Experten die ersten Schnitte durch die 20 Zentimeter dicke Haut, durchdringen dabei Fett und Muskeln. Ritter: „Die Pathologen haben ein Protokoll. Sie wissen, wo der erste Schnitt angesetzt wird.“ Schritt für Schritt arbeiten sie sich vor. Doch ungefährlich ist das Unterfangen nicht. Der aufgeblähte Wal-Körper steht unter Druck. Beim Öffnen können Gase und Flüssigkeiten schlagartig entweichen. Im schlimmsten Fall fliegt sogar Gewebe durch die Luft!

„Der nächste Schritt besteht nun darin, den Buckelwal eingehender zu untersuchen und Proben für Forschungszwecke zu entnehmen. Bei Strandungen größerer Wale – sofern die Einschätzung besteht, dass der Wal eine Beeinträchtigung darstellt und daher entfernt werden muss – ist es gängige Praxis, eine Obduktion durchzuführen und wissenschaftliche Proben zu entnehmen“, erklärt Jane Hansen, Abteilungsleiterin bei der dänischen Umweltschutzbehörde. Auf diese Weise wollen die Forscher wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Anschließend werde der Wal in einem blauen Container von Anholt abtransportiert. Die Obduktion soll klären, wie und warum der Buckelwal nach seiner Freilassung in die Nordsee am 2. Mai gestorben ist. Das Timmy-Rätsel könnte endlich gelöst werden.

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