Kiew/St. Petersburg – Wolodymyr Selenskyj (48) hat Kremlchef Wladimir Putin (73) öffentlich zu einem persönlichen Treffen aufgefordert. Doch der russische Präsident winkt ab. Auf die Nachfrage der Moderatorin beim St. Petersburger Wirtschaftsforum, ob das bedeute, dass er den „Autor des Briefes“ nicht treffen werde, antwortete Putin knapp: „Aktuell sehe ich keinen Sinn darin.“ Zuvor hatte er bereits erklärt, er sehe keinen Sinn in einem Treffen „nur um des Treffens willen“.
Auslöser der Reaktion war ein offener Brief, den Selenskyj während des Forums auf X veröffentlicht hatte. Darin fordert der ukrainische Präsident direkte Gespräche mit Putin über ein Ende des brutalen russischen Angriffskrieges. „Haben Sie keine Angst, den Weg aus diesem Krieg einzuschlagen“, appelliert Selenskyj an den Kremlchef. Zugleich macht er Putin persönlich für den Konflikt verantwortlich und schreibt: „Dieser Krieg ist Ihre persönliche Entscheidung, ein Krieg ohne wirklichen Grund.“ Am Ende schlägt er einen direkten Dialog „zwischen Ihnen und mir“ vor.
Putin bezeichnete die öffentliche Form des Appells als „absolut unangebracht“. Zugleich enthüllte er, dass Selenskyj bereits über einen Mittelsmann um ein persönliches Treffen gebeten habe. Er selbst habe ein Treffen „nie abgelehnt“, sagte Putin. Allerdings brauche es zunächst konkrete Ergebnisse. Erst sollten Experten tragfähige Vereinbarungen ausarbeiten, „dann können wir uns treffen, um Dinge zu unterzeichnen“. Zunächst müsse man zu einer Lösung kommen. Mit Blick auf den offenen Brief stellte Putin schließlich die Frage, ob dieser tatsächlich ein Treffen vorbereiten solle – oder vielmehr verhindern. Seine Antwort gab er selbst: Er glaube, der Brief sei eher dazu gedacht, dass „keine persönlichen Treffen stattfinden können“.
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