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Urteil in Frankreich: Maskenmann auch für Mord an Jonathan schuldig gesprochen

Urteil in Frankreich: Maskenmann auch für Mord an Jonathan schuldig gesprochen
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Nantes (Frankreich) – Es ist ein Urteil, auf das Jonathans Familie mehr als zwei Jahrzehnte warten musste: Der als „Maskenmann“ bekannte deutsche Serienmörder Martin Ney (55) ist in Frankreich wegen des Mordes an Jonathan Coulom schuldig gesprochen worden. Das Schwurgericht in Nantes verurteilte ihn am Donnerstag zu lebenslanger Haft.

Für die französische Staatsanwaltschaft war der Fall klar. Der Mord trage die „kriminelle Handschrift“ des Angeklagten, erklärte die Anklage. An seiner Verantwortung gebe es keinen Zweifel.

Für Martin Ney hat das Urteil zunächst keine praktischen Folgen: Er sitzt bereits seit Jahren hinter Gittern. In Deutschland wurde der Bremer 2012 wegen dreier Kindermorde und zahlreicher Missbrauchstaten zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Nun sieht auch die französische Justiz ihn als Täter im Fall Jonathan Coulom.

Das Verschwinden eines Zehnjährigen

April 2004, Saint-Brevin-les-Pins an der französischen Atlantikküste: Der zehnjährige Jonathan verbringt die Nacht mit anderen Kindern in einem Schullandheim. Als die Betreuer am nächsten Morgen nach ihm sehen, ist er verschwunden.

Dann die grausame Entdeckung: Die Leiche des Jungen wird rund 25 Kilometer entfernt in einem Teich gefunden. Jonathan ist unbekleidet, gefesselt und mit einem Zementblock beschwert worden. Ermittler gingen später Hinweisen nach, wonach der Junge möglicherweise einen Monat lang festgehalten worden sein könnte, bevor er erstickt wurde.

Das Muster erinnert an die Taten des „Maskenmanns“

Schon früh weckte der Fall Erinnerungen an eine Verbrechensserie in Deutschland. Dort hatte Martin Ney über Jahre hinweg Jungen aus Ferienlagern und Schullandheimen verschleppt. Ney führte ein Doppelleben. Tagsüber arbeitete er als Pädagoge mit Kindern und als Betreuer bei Ferienfreizeiten, nachts wurde er zum „Maskenmann“ – einem Sexualstraftäter, der sich maskiert seinen Opfern näherte.

Zwischen 1992 und 2001 missbrauchte der Serienmörder zahlreiche Kinder. Drei Jungen wurden später tot aufgefunden: Stefan Jahr (13) verschwand 1992 aus einem Internat in Scheeßel (Niedersachsen), Dennis Rostel (8) 1995 aus einem Zeltlager in Schleswig-Holstein und Dennis Klein (9) wurde während einer Klassenfahrt aus einem Schullandheim in Wulsbüttel bei Bremerhaven entführt. Für diese Morde wurde Ney bereits 2012 verurteilt.

Belastet von einem Mithäftling

Direkte DNA-Beweise gegen Ney gab es im Fall Jonathan nicht. Dennoch sammelte die französische Polizei über Jahre hinweg Hinweise. Ein Zeuge berichtete von einem Auto mit deutschem Kennzeichen in der Nähe des späteren Fundorts der Leiche. Besonders belastend war die Aussage eines ehemaligen Mithäftlings. Er erklärte vor Gericht per Videoschalte, Ney habe ihm den Mord an einem Kind in Frankreich gestanden.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe bis zuletzt. „Ich habe das nicht getan“, sagte er vor dem Schwurgericht in Nantes. Für den Prozess war Martin Ney eigens aus der JVA Celle nach Frankreich gebracht worden. Dort sagten Ermittler, Sachverständige und Zeugen aus Deutschland und Frankreich aus.

Nun haben die Richter ihr Urteil gesprochen: Mehr als 22 Jahre nach Jonathans Verschwinden sieht das Gericht Martin Ney als Mörder des Jungen an.

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